

Die wunderbare 20-Jahr-Jubiläumsfeier im Sommer 2025 war für mich persönlich ein Höhepunkt und gefühlt auch der Abschluss einer langen Lebensphase. Nach all den Jahrzehnten der intensiven Aktivität, des Aufbaus von Cala Jami mit Hausbau, zahllosen Events usw. wollte ich einen Schritt zurücktreten und keine Seminare mehr veranstalten. Da wusste ich noch nicht, wie einschneidend die Veränderungen in meinem Leben tatsächlich sein würden.
Prompt platzten im Sommer nämlich Schlag auf Schlag große Veränderungen in mein Leben. Das möchte ich mit euch teilen.
Ich fuhr Anfang August zu einer an Krebs erkrankten Verwandten nach Deutschland, um sie zu unterstützen. Während ich bei ihr war, zeigten sich auch bei mir verdächtige Symptome. Anfang September dann die ärztliche Untersuchung und tatsächlich, auch ich hatte Krebs.
Auch wenn es pathetisch klingen mag, diese Diagnose hat mein Leben erst einmal wirklich positiv verändert. Es war wie ein schlagartiges Aufwachen. Wirklich zu spüren, dass dies alles bald zu Ende sein könnte, das rückt vieles zurecht. Ich schätze, auch andere Menschen mit einer solchen Diagnose erleben Ähnliches: Momente großer Intensität und Bewusstheit. Vieles wird auf einmal weniger wichtig, anderes rückt in den Fokus: ein neuer Blick voller Staunen und Dankbarkeit. Ein eksatisches Gewahrsein und Erleben all des Reichtums, all der Schönheit in der Natur, in Menschen, in den Dingen, im Atem, im lebendig Sein …


Ich hatte schon lange gespürt, dass etwas bei mir körperlich nicht in Ordnung war und auch zweimal geträumt, dass ich diesen Krebs hätte, einmal sogar genau die Stelle. Ich wollte mich auch mehrmals untersuchen lassen, bekam aber nicht gleich einen Termin, und ließ es dann wieder schleifen. Immer ist so viel zu tun auf Cala Jami und überhaupt in meinem Leben! Es war ziemlich dumm, dass ich nicht auf meine innere Stimme und auf die Träume gehört habe … Ein Teil in mir wollte es mir nicht zugestehen, ernsthaft krank sein zu können. Ich befürchtete, diese Gedanken an Krankheit könnten Vorstufen der Hypochondrie sein.

Inzwischen habe ich eine Ernährungsumstellung und einige Therapien hinter mir und es sieht recht gut aus. Was mich beschäftigt ist, dass es mir noch nicht gelungen ist, das Tempo im Alltag runterzufahren. Ich habe genauso viel Arbeit wie früher, wenn nicht mehr! Da muss sich etwas ändern, auch wenn ich noch nicht sehe, wie das gehen soll. Während ich dies schreibe, wundere ich mich über mich selbst, dass ich da nicht klarer bin. Alles was nicht unbedingt notwendig ist, sollte ich loslassen. Das ist nicht einfach für mich, ich bin einfach ein „Arbeitstier". Mein Lehrer Munir sagte einmal zu mir: „Du weißt wenigstens, was Arbeit ist". Es hat wohl auch seine guten Seiten.

Gleich darauf dann die zweite große Veränderung: Javid zog wieder nach Deutschland. Er hat in Italien nicht wirklich Wurzeln schlagen können und sehnte sich wieder nach der vertrauten Kultur und Sprache in seinem Heimatland, und nach seiner großen Familie. In Deutschland leben seine vielen Geschwister und sonstigen Verwandten, seine drei Kinder und drei Enkelkinder, einige Freunde. Auch war unsere Beziehung nach achtzehn Jahren nicht mehr wirklich schön. Das Gute ist, dass wir beide im Frieden damit sind. Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen. Javid wird wieder nach Cala Jami kommen, aber er will nicht mehr hier leben.
Es wurde Javid auch immer mal alles zu viel hier, was ich sehr gut verstehen kann. Mir geht es ja auch so. Denn so schön Cala Jami auch ist, so herausfordernd ist es auch. Irgendwie überwiegt bei mir immer noch die Freude an diesem Projekt, diesem „Abenteuerspielplatz", das ich ja von Anfang an mit gestalten durfte. Auch wenn ich manchmal fühle, dass es meine gesamten Energiereserven aufbraucht. Vielleicht ist es ja ok, seine Lebensenergie für etwas Schönes zu verbrauchen, etwas, das auch andere Menschen erfreut und inspiriert.
Ich bewundere Javid und bin ihm dankbar dafür, dass er so lange hier auf Cala Jami mitgewirkt hat. Es braucht wirklich viel Enthusiasmus um die viele Arbeit hier immer wieder anzugehen, und je älter man wird, desto schwieriger wird es.
Gleich darauf dann die zweite große Veränderung: Javid zog wieder nach Deutschland.

Er hat in Italien nicht wirklich Wurzeln schlagen können und sehnte sich wieder nach der vertrauten Kultur und Sprache in seinem Heimatland, und nach seiner großen Familie. In Deutschland leben seine vielen Geschwister und sonstigen Verwandten, seine drei Kinder und drei Enkelkinder, einige Freunde. Auch war unsere Beziehung nach achtzehn Jahren nicht mehr wirklich schön. Das Gute ist, dass wir beide im Frieden damit sind. Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen. Javid wird wieder nach Cala Jami kommen, aber er will nicht mehr hier leben.
Es wurde Javid auch immer mal alles zu viel hier, was ich sehr gut verstehen kann. Mir geht es ja auch so. Denn so schön Cala Jami auch ist, so herausfordernd ist es auch. Irgendwie überwiegt bei mir immer noch die Freude an diesem Projekt, diesem „Abenteuerspielplatz", das ich ja von Anfang an mit gestalten durfte. Auch wenn ich manchmal fühle, dass es meine gesamten Energiereserven aufbraucht. Vielleicht ist es ja ok, seine Lebensenergie für etwas Schönes zu verbrauchen, etwas, das auch andere Menschen erfreut und inspiriert.
Ich bewundere Javid und bin ihm dankbar dafür, dass er so lange hier auf Cala Jami mitgewirkt hat. Es braucht wirklich viel Enthusiasmus um die viele Arbeit hier immer wieder anzugehen, und je älter man wird, desto schwieriger wird es.

Jetzt hilft Lena viel mit, wir managen Cala Jami und alles drum herum zusammen. Sie macht das sehr gut und ich bin so froh darüber. Ohne meine Tochter würde ich es nicht schaffen hier weiterzumachen.

Doch auch für zwei Menschen ist hier noch mehr als genug Arbeit! Deshalb halten wir Ausschau nach jemandem, der/die hierher zieht und als gute Seele auf Cala Jami lebt und mitwirkt.
In der Zwischenzeit kommen (und gehen) Volunteers, Besucher und Retreatants, wie auch zuvor. Außer einem Sufi-Heilretreat mit unserem alten Freund Heinz Espabad Kindl im September haben wir dieses Jahr keine Seminare auf dem Plan. So werden wir alles gut schaffen. Und wenn sich eine gute Seele zum Mitwirken findet, werde ich auch Zeit haben mich immer mal auszuklinken und zu entspannen.
Wir sind auch offen für eine Familie (oder ein Elternteil) mit Kind(ern) als Langzeitmitbewohner. Adrien (Jahrgang 2016), Lenas liebenswerter Sohn, freut sich, wenn andere Kinder da sind.
Solltest Du Menschen kennen, die geeignet sein und Interesse haben könnten, gib gerne die Info über diese Möglichkeit weiter.
Danke fürs Lesen und sonnige Grüße
Roshan


